Medikamente mit SuchtpotenzialNur wenige Medikamente haben ein Suchtpotenzial. Dazu gehören vor allem:
Aber auch Medikamente, die als Narkosemittel oder Antiepileptika verkauft werden und Nikotinpräparate haben ein Suchtpotenzial. Auch viele Schmerz- und Fiebermittel, die kein ausgewiesenes Suchtpotenzial haben, werden immer wieder missbraucht (z.B. Aspirin, Panadol etc.). (Die Deutsche Hauptstelle für Drogenfragen (DHS) empfiehlt, rezeptfreie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Mal im Monat einzunehmen. Bei einer häufigen Einnahme besteht die Gefahr von dumpfen Dauerkopfschmerzen und (bei pararcetamolhaltigen Mitteln wie Aspirin) von schweren Nierenschäden. Schlaf- und BeruhigungsmittelDie Schlaf- und Beruhigungsmittel sind die Medikamente mit Suchtpotenzial, die am häufigsten täglich und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Wirksubstanz bei vielen dieser Mittel sind Benzodiazepine und ähnlich wirkende Stoffe und Barbiturate. Schlaf- und Beruhigungsmittel haben ein tieferes Suchtpotenzial als opiat- oder amphetaminhaltige Medikamente. Trotzdem ist der tägliche Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, hauptsächlich der Benzodiazepine wesentlich höher. Auch wenn der Konsum der Benzodiazepine in den letzten Jahren rückläufig ist, liegen sie unter den Medikamenten, die zu Suchtproblemen führen können, noch immer an der Spitze. Bei der Einnahme dieser Medikamente ist Vorsicht geboten. Bereits nach 3 bis 8 Wochen regelmässiger Einnahme kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. (Link für den eiligen Leser zu: Unbedacht zum Medi-Schrank: Schlaf- und Beruhigungsmittel werden oft unterschätzt, Link für die interessierte Leserin: www.dhs.de a) Schlafmittel BeruhigungsmittelVerglichen mit den Schmerzmitteln nehmen weniger Personen mindestens ein Mal pro Woche, aber nicht täglich Beruhigungsmittel zu sich. Der tägliche Konsum von Beruhigungsmitteln ist bei den Frauen etwa gleich hoch wie bei den Schlafmitteln. Hingegen nehmen mehr Männer täglich Beruhigungsmittel ein als Schlafmittel. SchmerzmittelDie Zahl der Menschen, die im Jahr 2003 mindestens einmal pro Woche Schmerzmittel eingenommen haben, liegt wesentlich höher als bei den Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Bei den Frauen waren es etwas weniger als 18% und bei den Männern etwas mehr als 10%. Ca. 5% der Frauen konsumierten täglich Schmerzmittel, etwas weniger als 3% der Männer. Hingegen war bei den Schmerzmitteln die punktuelle (nichttägliche) Einnahme wesentlich höher. Gerade Opioide sind sehr stark wirksame Schmerz- und Betäubungsmittel mit einem hohen Suchtpotenzial. Deshalb werden sie meist auch nur bei starken Schmerzen und vorübergehend verschrieben. Die Gefahr eines Suchtproblem besteht, wenn diese Mittel missbräuchlich eingesetzt werden. Die Einnahme erfolgt dann weniger wegen der schmerzstillenden Eigenschaften sondern mehr wegen der euphorisierenden Wirkung. (Link für den interessierten Leser: www.dhs.de Amphetaminhaltige Mittel (oft in Anregungs- und Abmagerungsmitteln)Amphetamine ist eine Gruppe synthetisch hergestellter Substanzen. Sie finden (neben ihrer Verbreitung in sog. Partydrogen) in anregenden und hungerstillenden Medikamenten Anwendung. Sie haben ein hohes Suchtpotenzial. Von einem regelmässigen Konsum ist abzuraten, denn er birgt das hohe Risiko, einer Suchtentwicklung. Quellenangabe: Etienne Maffli, „Zahlen und Fakten zum Gebrauch und Missbrauch von Medikamten in der Schweiz, 1992 2003, in: Abhängigkeiten 2/2005, Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA), Lausanne |